Pilotphase Hochwasseraudit auf der Zielgerade

  • Teilnehmer Audits Hochwasservorsorge 2013
    Teilnehmer der Audits Hochwasservorsorge 2013

Der DWA-Fachausschuss HW-4 „Hochwasservorsorge“ hat im Jahr 2007 die Arbeitsgruppe „Indikatorensystem zur Bewertung der Hochwasservorsorge“ (AG HW-4.6) ins Leben gerufen. Dies resultierte aus einem längeren Diskussionsprozess mit der Erkenntnis, dass es dringend erforderlich ist, auch die Kommunen „mitzunehmen“ und sie bei ihren Bemühungen um die Verbesserung der Hochwasservorsorge gezielt zu unterstützen.

Die erste Sitzung dieser Arbeitsgruppe fand etwa zeitgleich mit dem Inkrafttreten der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (EU-HWRM-RL) statt. Da diese sich direkt an die Mitgliedsstaaten/Länder richtet, war in der Arbeitsgruppe recht schnell klar, dass es bei der Entwicklung eines „Indikatorensystems“ für die Kommunen darauf ankommen würde, die Zielsetzungen der EU-HWRM-RL für die EU- und Länderebene möglichst „1 zu 1“ auf die kommunale Ebene zu übertragen. Dies schien der richtige Weg, um die Umsetzung der EG-Richtlinie durch gleichgerichtete Zielsetzungen und Aktivitäten der Kommunen zu unterstützen und diesen Prozess zu ergänzen und zu verbessern.

Die Arbeitsgruppe hat im Zeitraum von Dezember 2007 bis zum Dezember 2010 ein passendes Indikatorensystem entwickelt, eng mit den zuständigen LAWA-Gremien abgestimmt und als DWA-Merkblatt M 551 „Audit „Hochwasser – wie gut sind wir vorbereitet“ in das DWA-Regelwerk zur Wasserwirtschaft eingegliedert.

Im Januar 2011 wurde das Konzept dieses neuen Indikatorensystems im Rahmen eines Kick-Off-Workshops den teilnehmenden Vertetern aus der Wasseradministration und aus vielen Kommunen vorgestellt und seine Praxistauglichkeit diskutiert.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat sich bereit erklärt, die Einführung dieser kommunalen Audits zur Hochwasservorsorge auch durch finanzielle Beteiligung an den Kosten der ersten 20 Pilotaudits zu unterstützen.

Dies hat es ermöglicht, die praktische Durchführung solcher Pilotaudits zügig vorzubereiten und nach ersten interessierten Kommunen Ausschau zu halten. Im Mai 2011 konnten die ersten Audits durchgeführt werden; im Juli 2012 wurde bei der DBU in Osnabrück im Rahmen eines Statusseminars über die bis dahin gesammelten Erfahrungen, insbesondere auch aus Sicht der auditierten Kommunen, berichtet.

Mit dem zwanzigsten Audit in der letzten Oktoberwoche 2013 wird diese Pilotphase nun bald abgeschlossen.

Teilgenommen haben 2 Verbände, 4 Großstädte, 10 Städte und 5 Gemeinden mit ganz unterschiedlichen Problemlagen und Konstellationen von technischem Hochwasserschutz und Hochwasservorsorgebedarf. Die Pilotaudits wurden von im wesentlichen 3 Teams, zusammengesetzt aus 10 Auditoren und Co-Auditoren, durchgeführt. An den Audits haben bereits auch die ersten 10 Hospitanten und Gäste teilgenommen, die den Auditorenstamm künftig verstärken sollen. Drei davon haben sich bereits als Co-Auditoren qualifiziert.

Aus dem Quervergleich ergeben sich nun vielerlei fachlich interessante Schlussfolgerungen.

Am wichtigsten sind aber folgende Feststellungen:

  • Das Konzept hat seine Praxistauglichkeit bewiesen. Die Audits zur Hochwasservorsorge können ohne jeglichen Anpassungsbedarf in dieser Form weitergeführt werden.
  • Die Resonanz der Beteiligten aus den Kommunen und Verbänden ist durchweg positiv. Sie bewerten die Audits als sehr nützliche „Hilfe zur Selbsthilfe“ und sind überrascht, wie viele Ansatzpunkte für Verbesserungen der Hochwasservorsorge es gibt und wie einfach die Umsetzung vieler davon ist

 

Über die Ergebnisse der Pilotaudits wird im Rahmen der 5. Hochwassertage in Köln am 21.11.2013 nachmittags ausführlich berichtet. Im Frühjahr 2014 ist ein abschließendes Statusseminar für ein Resümee der Ergebnisse der Pilotphase geplant. Dieses wird in Hennef stattfinden.

In der DWA nimmt Frau Angelika Schiffbauer Ihre Anmeldungen für die Hochwassertage gerne entgegen (Tel.: 02242-872-156, Fax: 02242-872-156 oder E-Mail: schiffbauer@dwa.de) Anmeldeformulare und das Programm finden Sie auf den DWA-Seiten.

Walter Pflügner
Dr. Walter Pflügner

Kommentar

*

captcha *