Reger Austausch beim Studentischen HWRM-Forum

Die Fachgemeinschaft Hydrologische Wissenschaften in der DWA lud in Vorbereitung zum 9. Forum Hochwassermanagement zum Studentischen Forum ins Bayerische Landesamt für Umwelt in Augsburg ein. So durften wir das Zuhause der bekannten Hochwasserrisikokarten und vieler weiterer Projekte kennenlernen.

Dem Ruf folgten 25 Studierende aus ganz Deutschland. So konnten wir uns rege zwischen den Standorten Augsburg, Berlin, Eichstätt, Kaiserslautern und München austauschen. Aus den Universitäten waren jeweils Studierende dabei, die ihre Abschlussarbeiten vorstellten, was einen interessanten Einblick in aktuelle studentische Projekte bot.

IMG_4114_Stud.Forum-2017

Jessica Schneider von der KU Eichstätt sprach zu Beginn über den Einfluss von Wasserkraftanlagen auf das natürliche Abflussverhalten am Beispiel der Wörnitz. Mittels linearer Regressionsanalyse sowie statistischer Auswertung wertete sie Hoch- Mittel- und Niedrigwasserzustände aus. Auf diese Weise konnte sie nachweisen, dass manche Kleinwasserkraftanlagen hin und wieder einen Schwallbetrieb aufnahmen, ohne die notwendigen Genehmigungen zu besitzen.

Ebenfalls von der KU Eichstätt berichtete Moritz Altmann von seiner Arbeit über das Sedimentlieferverhalten in alpinen Einzugsgebieten. Er analysiert in den französischen Alpen die Zusammenhänge zwischen den Subsystemen Hang und Gerinne, indem er die jährliche Sedimentproduktion über ein digitales Geländemodell modelliert.

Catalina Corral von der TU München präsentierte ihre Arbeit über die Möglichkeiten und Chancen einer nachhaltigen Regenwasserbewirtschaftung im städtischen Raum. Die stetig steigenden Abflüsse im Urbanen bedürfen erhöhter Aufmerksamkeit. Mittels der bekannten Mittel Retention, Renaturierung und Optimierung der Nutzung kann dem Anstieg zwar begegnet werden, allerdings mangelt es noch an der Umsetzung, da die meisten Maßnahmen freiwillig sind und häufig Anreize fehlen.

Anschließend referierte Stephen Bäumler – ebenfalls TU München über die Ermittlung der hydraulischen Durchlässigkeit von Biberdämmen. Im Flusslauf der Mangfall wurden Biberdämme vermessen und die Fließgeschwindigkeiten aufgenommen. Mittels Modellierungen in Hydro_AS_2D konnte so über Reibungsbeiwerte und Querschnitte die Durchlässigkeit dargestellt werden.

In der Kaffeepause tauschten wir Studierenden uns mit den anderen Standorten aus und diskutierten die aufgezeigten Fragestellungen weiter. So gestärkt ging es in den zweiten inhaltlichen Block.

Den Anfang machte Teodora Enache von der FU Berlin mit ihrer Analyse des Cuvelai-Beckens in Nordnamibia. Die zerklüftete Oberfläche mit ihren kleinen Becken („Oshanas“) bildet eine spannende Umgebung für die Erforschung von Dürren und Hochwässern in ariden Gebieten. Über Satelliten, optisches Radar sowie teils unvollständige In-Situ Datenreihen soll eine möglichst detaillierte Langzeitstudie entstehen.

Maximilian Duhr von der TU Kaiserslautern analysierte die Hochwasservorsorge in einer bayerischen Kommune in Höchstädt an der Donau. Mittels einer Basisstudie wurden die zwei Bäche im Stadtgebiet analysiert und die wartungsbedürftigen wasserbaulichen Einrichtungen beschrieben. Um das gewünschte Schutzniveau HQ100 zu erreichen, wurden zwei Retentionsflächen berechnet, Querschnittsvergrößerungen empfohlen sowie punktueller Objektschutz geprüft. So soll ein prognostiziertes Schadenspotenzial von 36 Millionen Euro gemindert werden.

Jonas Hürten von der TU München evaluierte Hydro_AS_2D als Werkzeug für ein effektiveres Hochwassermanagement in München. Mit dem Ziel, den Katastrophenschutz für extreme Abflüsse zu verbessern, analysierte er den aktuellen Flusslauf inklusive seiner Änderungen durch das Hochwasser von 2013. Da eine Echtzeitvorhersage aufgrund der Modelllaufzeit nicht in Frage kam, simulierte er verschiedene Szenarien und erstellte so detaillierte Hochwassergefahrenkarten für die Rettungskräfte.

Prof. Disse, Schulte und Jüpner (v.l.) diskutieren mit den Studierenden über Hochwasserrisikomanagement.

Zu guter Letzt stellte Henrike Stockel von der TU München ihre Arbeit über modellierte Hochwasserganglinien an der Mangfall in Rosenheim vor. Für das Projekt AdaptRisk wird das Hochwasserrisiko in Rosenheim beschrieben. Mittels Pegeldaten von bisherigen Hochwasserwellen konnten plausible Wellen modelliert werden. Dabei lieferte die gewählte Methode der Disaggregation Ergebnisse, die wohl keine Extrapolation auf Extremereignisse zulässt.

In der anschließenden Diskussion vertieften wir mit den Professoren Markus Disse (TU München), Achim Schulte (FU Berlin) und Robert Jüpner (TU Kaiserslautern) die Fragestellungen rund um das Hochwassermanagement in Deutschland weiter. Um diese Diskussion abends fortführen zu können, lud die FgHW noch zu einem gemeinsamen Abendessen und Ausklang nach Augsburg ein.

Vielen Dank für die Ausrichtung!

Constantin Heffner
Constantin Heffner - Student Umweltingenieurwesen - Technische Universität München

Kommentar

*

captcha *