HAPLUS – Hierarchisches Frühwarn- und Alarmierungssystem für plötzliche Sturzfluten nach Starkregenereignissen

Durch den Klimawandel haben Extremniederschläge und Überflutungen in den letzten Jahren stark zugenommen.
Überregional werden indes schon zuverlässige Unwetter- und Hochwasser-Vorhersagen erfolgreich eingesetzt.
Pegelstände der großen Flüsse werden engmaschig überwacht und ermöglichen damit im Ernstfall die frühzeitige Alarmierung Betroffener und zuständiger Behörden.

In ländlichen Regionen kommt es jedoch immer noch zu schwer vorrauszusehenden Unwetter-Ereignissen. Starkregen und Sturzfluten treten in eng begrenzten Gebieten auf, kleinste Bäche werden innerhalb kürzester Zeit zu reißenden Strömen. Prognosen sind hier nur schwer möglich und die Vorwarnzeiten sind dementsprechend kurz.

Das HAPLUS wird als neues Frühwarnsystem, welches spezifisch an lokale Begebenheiten angepasst werden soll, erforscht.
Grundlage ist die präzise Erfassung eines Geländeprofils, um damit ein realitätsnahes Modell von dem Oberflächen-Abflussverhalten eines Gebietes erstellen zu können. Durch die Überwachung weniger, besonders gefährdeter Stellen kann so eine zuverlässige, mehrstufe Alarmierungskaskade eingerichtet und exakte Vorbereitungen von Notfallplänen gewährleistet werden.

Das HAPLUS zeichnet sich durch seine Einfachheit und seine Robustheit aus – mit geringem Aufwand kann das System auf die unterschiedlichsten gefährdeten Gebieten angepasst werden. Durch lokale Messstationen und die – durch realitätsnahe Simulationen des Abflussverhaltens – gewonnenen Kenntnisse, kann mit hoher Zuverlässigkeit eine rechtzeitige und gezielte Alarmierung von Behörden, Katastrophenschutz und der betroffenen Bevölkerung gewährleistet werden.

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Heribert Nacken
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Heribert Nacken - Leiter der AG Öffentlichkeit in der Fachgemeinschaft Hydrologischen Wissenschaften