Trockenheit in Deutschland

Durch die Trockenheit der Böden im Frühjahr 2019 sammeln sich einige Fragen an. Wie zum Beispiel: „Gibt es in Deutschland ein Problem mit Wasserknappheit?“, „Welche Regionen können besonders von Trockenheit betroffen sein?“, „Hat eine anhaltende Trockenheit Auswirkungen auf das Grundwasser – und damit auch auf das Trinkwasser?“, „Was können wir tun, um uns besser auf solche Dürreperioden vorzubereiten?“

Ein positiver Punkt in der Diskussion um die Trockenheit der Böden in Deutschland ist die Tatsache, dass durch den Rückgang der Wasserentnahme über die letzten Jahrzehnte bislang kein Wasserstress herrscht. Als Wasserstress wird in diesem Kontext ein Zustand definiert, in dem die gesamte Wasserentnahme eines betrachteten Jahres mehr als 20 Prozent des langjährigen Wasserdargebots beträgt. Das liegt an Optimierungen wie der Reduzierung von Kühlwasser für Kraftwerke, Einsparungen bei der öffentlichen Wasserversorgung, dem erheblichen Rückgang des Wasserverbrauches in privaten Haushalten und vielem mehr.

Aus unterschiedlichen Gründen besteht trotz des ausreichenden Wasserdargebots in Deutschland, in bestimmten Regionen nicht ausreichend Wasser.
Weitere aufeinanderfolgende trockene Sommer mit zusätzlich wenig Niederschlag im Winter, würde sich negativ auf die Wasserverfügbarkeit auswirken.
Hierbei würde sich auch der Bedarf zur landwirtschaftlichen Bewässerung steigern.
Also werden in der Zukunft mehr Nutzer um eine knapper werdende Ressource konkurrieren.
Somit müssen wir in Zukunft konkret über die Priorisierung der Ressource nachdenken. Dabei wird über eine Brauchwasserwiederaufbereitung diskutiert, die in vielen südeuropäischen Ländern schon umgesetzt wird.

Viele Böden sind aufgrund des sehr trockenen Jahres 2018 immer noch sehr trocken. Das kann dazu führen, dass durch Winderosion geringeres Pflanzenwachstum und in der Erntezeit geringere Erträge entstehen. Junge Bäume können durch schlechte Bedingungen und Trockenheit absterben. Für die Landwirtschaft (Ackerland, Grünland) kommt es zu Trockenheit und somit auch vermindertes Pflanzenwachstum und Erträgen. Weiter folgen sind dabei unter anderem Futtermittelmangel der Tiere im Grünland.

Die Regionen von Schleswig-Holstein bis in die Norden Brandenburgs sowie am Oberrhein und in Teilen von Hessen und Nordthüringen sind am meisten von der Trockenheit betroffen.

Zwar herrscht in Deutschland noch kein Trinkwassermangel, jedoch kann langanhaltende Trockenheit negative Folgen für die Grundwasserstände mit sich bringen.

In der Wasser- und Landwirtschaft gibt es vielfältige Anpassungsmöglichkeiten an Trockenheit und Dürre. Und auch Bürgerinnen du Bürger können bei Trockenheit ihren Teil zum Gesamtkreislauf beitragen. Sie können mit Trinkwasser bewusster umgehen und an Wasser sparen, indem sie z. B. die Waschmaschine und den Geschirrspüler nur anschalten, wenn sie voll beladen ist oder ein Vollbad mit einer Dusche ersetzen. Sie können die Pflanzen am frühen Morgen oder späten Abend gießen und darauf achten, dass nur der Erdboden begossen wird und nicht die Pflanze selbst. Hierfür kann aber auch vorzugsweise Regenwasser verwendet werden.

Weitere Informationen zum Thema Trockenheit finden Sie hier.

Sahar Jafari-Neshat
Sahar Jafari-Neshat